MOOSland: Torfmoos-Paludikultur als nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung von Hochmoorböden 

Allgemeine Beschreibung:

MOOSland ist ein Modell- und Demonstrationsvorhaben der Universität Greifswald und sieben niedersächsischen Partnern:

  • Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum (GMC), Institut für Botanik und Landschaftsökologie, AG Moorforschung, AG AVWL und Landschaftsökonomie; Institut für Pharmazie/ LPG, AG Pharmazeutische Biologie
  • Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz
  • Universität Osnabrück, Institut für Geographie
  • Universität Vechta, Vechta Institute for Sustainability Transformation in Rural Areas
  • Torfwerk Moorkultur Ramsloh Werner Koch GmbH & Co. KG
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, AG Biodiversität und Evolution der Pflanzen
  • Landkreis Diepholz
  • Landkreis Ammerland

MOOSland möchte eine kleine Pflanze groß rauskommen lassen: das Torfmoos. Diese lässt sich als nachwachsender Rohstoff für den Ersatz von Torf im Gartenbau mit großem Plus für Klima und Wirtschaft auf wiedervernässten degradierten Hochmoorflächen produzieren. Torfabbau findet in Niedersachsen auf ca. 8% der Hochmoorflächen statt, mit abnehmender Tendenz. Über 70% der Hochmoorflächen werden entwässert, um sie landwirtschaftlich zu nutzen, was die Emission enormer Mengen von Treibhausgasen zur Folge hat: in Niedersachsen wie in ganz Deutschland sind Moorböden für gut ein Drittel der Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich. In einer zehnjährigen Laufzeit seit Oktober 2023 möchte MOOSland den bereits in Pilotprojekten erforschten Anbau und die Verwertung von Torfmoos-Biomasse weiterentwickeln, kommunizieren und in größerem Maßstab in die Umsetzung bringen.

Im Zentrum des interdisziplinären Forschungsvorhabens „MOOSland“ stehen zwei vorhandene Test- und Demonstrationsflächen im Hankhauser Moor und im Barver Moor in den beiden repräsentativen Modellregionen Landkreis Ammerland und Landkreis Diepholz. Die Pilotanlagen stehen für unterschiedliche Standortverhältnisse in Hinblick auf Klima, Hydrologie, Topographie und Nährstoffeintrag. Sie sollen im fortgesetzten Versuchs- und Erprobungsbetrieb anlagenspezifisch optimiert und flächenmäßig um insgesamt ca. 7 ha erweitert werden. Die Ergebnisse ermöglichen Rückschlüsse auf Optimierungspotenziale zukünftiger Konfigurationen und Management von Torfmoos-Paludikulturflächen. In Verbindung mit wissenschaftlichen Begleituntersuchungen zu Treibhausgasbilanzen, Biodiversität, Hydrologie, Nährstoffen, Ökonomie sowie soziokulturellen und agrarstrukturellen Forschungen zum landwirtschaftlichen Transformationsprozess hin zur Torfmoos-Paludikultur können grundlegende Erkenntnisse und ganzheitliche Lösungsstrategien für eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche, regionale Implementierung abgeleitet und diese dadurch erleichtert sowie entscheidende Impulse für eine klimaschutzorientierte Landwirtschaft über die Projektregionen hinaus gegeben werden. Der Anbau von Torfmoos-Biomasse in Paludikultur auf wiedervernässten Hochmooren und die Ver-wendung von Torfmoos-Biomasse als hervorragender Torfersatz können einen wichtigen Beitrag für die Erreichung der Klimaschutzziele leisten

Antragsteller:

Verbundvorhaben MOOSland

Förderungen:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des „Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe“ Träger: Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR)

Laufzeit:

01.10.2023 - 31.12.2032

Ansprechpartner:

 Dr. Greta Gaudig

Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum

Soldmannstraße 15 17487 Greifswald

gaudig@uni-greifswald.de

 Pia Müller

 Universität Osnabrück, Institut für Geographie

 Seminaratraße 19 a/b 49074 Osnabrück

 pia.mueller@uni-osnabruck.de 

Link zur Projekthomepage:

www.moosland.net

https://www.fnr.de/projektfoerderung/ausgewaehlte-projekte/projekte/moosland 

Förderfähige Gesamtausgaben:

12.500.000,00 €

Dieses Projekt findet in folgenden Moorgebieten statt:

11 B. Das mittlere Wietingsmoor

431 A. Ipweger Moor